Noch ein Blog?!
Seitdem ich elf bin, schreibe ich Tagebuch. Sieben dicke, bunte Bücher habe ich schon gefüllt. Mit Beobachtungen, Gefühlen und Gedanken über das, was mich beschäftigt. Vieles davon ist persönlich und deshalb gut verwahrt. Aber oft sind darunter auch Anmerkungen oder Analysen, die eigentlich zu schade sind, um sie auf Papier vergilben zu lassen. Weil mir noch keine andere Möglichkeit eingefallen ist, sie vor dem Verstauben zu bewahren, gibt es nun diesen Blog.
Ich schöpfe aus der Natur und aus echten Begegnungen mit Menschen meine Inspiration. Draußen finde ich auch meine Kraft. Menschen spornen mich nicht nur an und erweitern meinen Horizont, sondern sind auch ein Reibungspunkt, an dem Gedankengänge überhaupt erst angestoßen werden. Ich glaube an das Gute und daran, dass es sich irgendwie durchsetzt. Trotz der ganzen Unzulänglichkeiten, Gefahren, Schäden und dem Schlechten, das um mich herum ist oder seine Anfänge nimmt, verliere ich die Hoffnung nicht, dass etwas Besseres erschaffen wird und sich ausbreitet.
Was im Kleinen geschieht, verändert etwas für die Menschen im unmittelbarsten Umkreis Stück für Stück. Es sendet seine Energie über den lokalen Wirkkreis hinaus wie Wellen aus, die ein Tropfen beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche auslöst.
Einige meiner Überzeugungen:
- Ich stehe für ein wirkliches demokratisches Miteinander ein.
- Gegenseitiger Respekt ist die Grundlage unseres Zusammenlebens und Wirkens und damit jeder Beziehung – gegenüber sich selbst, nahen und fremden Menschen, der Natur und dem Leben an sich.
- Ich glaube an das Gute im Menschen trotz allem, was ich gesehen, gelesen und gehört habe. Jeder Mensch ist im Grunde gut – manche haben den falschen Weg eingeschlagen.
- Die Verbundenheit zur Natur ist die Grundlage für Glück, Kreativität, Kraft, Ausgeglichenheit, Zufriedenheit und ein gutes Leben. Davon bin ich immer mehr überzeugt. Wer sich von der Natur abwendet, entfernt sich von seinen Wurzeln und damit von sich selbst.
- Es kann keine absolute Freiheit geben. Freiheit endet dort, wo die eines anderen beginnt. Jeder muss zurückstecken. Und dennoch ist die persönliche Freiheit für mich das Wichtigste und ich verteidige sie dementsprechend und arbeite dafür.
- Die Wahrheit – und hier knüpft auch der Name des Blogs an – ist so kostbar, dass sie viel Aufmerksamkeit und Arbeit bedarf. Der Kampf für das Wahre lohnt sich aber immer.
- Das Gute wird sich am Ende immer durchsetzen, egal wie aussichtslos die Lage erscheint. (Ja, hier spricht die Optimistin aus mir.)
Diese Überzeugungen sind die Grundlagen für den Blog.
Ich vertrete hier Haltungen. Darin können Meinungen stecken, müssen es aber nicht. Wenn Ungerechtigkeit geschieht, sollten wir unsere Stimme erheben, Verbesserungsvorschläge machen und helfen, im Kleinen etwas zu verändern. Dafür ist es notwendig, bestehende Strukturen und mächtige Personen kritisch zu hinterfragen und hinter die Fassade zu blicken. Um ein gutes und gerechtes Leben zu gestalten, ist die politische Richtung oder die Ideologie unwichtig. Es ist nur wichtig, wie ein Missstand beseitigt werden und etwas Gutes für alle entstehen kann. Vielleicht müssen wir dafür radikal umdenken…
Ein festes Gerüst aus Normen und ein gesunder Menschenverstand sind dabei die besten Begleiter. Daher ist ein festes Wertekostüm so wichtig, das als Kompass durch all die Verwirrungen dient. Ich bin mir bewusst, dass ich die absolute Wahrheit nicht kenne. Aber ich frage so lange nach dem „Warum?“, bis ich ihr so nahe wie möglich gekommen bin.
I.C.L., 2025
